Anleitung zum Fotografieren von Produkten und Projekten

Gerade im Zeitalter der digitalen Kommunikation ist die Art, mit der Produkte präsentiert werden, sehr wichtig. Das gilt vor allem im Hinblick auf die Bilder: Untersuchungen zeigen, dass die Qualität der Fotografien die Wahl eines Produkts oder einer Dienstleistung beeinflusst sowie dass Textelemente gegenüber bildlichen Darstellungen eine untergeordnete Rolle spielen.

Einen leblosen Gegenstand wie ein Möbelstück zu fotografieren oder einen Innenraum zu erfassen, mag zunächst einfach erscheinen: Tatsächlich bedarf es aber eines ernsthaft durchgeführten Fotoshootings. Ein geeignetes Fotostudio zur Darstellung, eine angemessene Ausrüstung sowie ein ansprechendes Design müssen vorhanden sein, um Aufnahmen zu erhalten, welche ein Produkt wirklich am besten darstellen.

Die Ausrüstung

Verwenden Sie eine gute Kamera – entweder eine Spiegelreflexkamera oder eine spiegellose Systemkamera: Hier stehen Ihnen Topgeräte mit Vollformatsensor oder preislich günstigere, halbprofessionelle Kameras mit Sensoren von reduzierter Größe zur Verfügung.  Es hängt von dem Budget ab, wieviel Sie in die Ausrüstung investieren möchten, wobei zu bedenken ist, dass auch Zubehör wie Stativ und Beleuchtungssatz noch zu erwerben ist.

Das Stativ ist erforderlich, um verwackelte Bilder zu vermeiden, während die Scheinwerfer für das richtige Licht nötig sind. Das Basis-Kit umfasst zwei Strahler mit jeweils verstellbaren Stativen und mindestens einem Lichtdiffusor. Denken Sie daran, dass die Beleuchtung fast wichtiger als die Kamera ist, um ein gelungenes Foto einer Einrichtung zu erhalten. Schauen Sie sich ein paar Bilder mit überbelichteten Gegenständen sowie harten und scharfen Schatten an und Sie werden feststellen, wie wichtig die richtige Einstellung der Lichter ist.

Das Fotostudio

Die Ausgestaltung des Fotostudios hängt von der Art der Fotos ab, die Sie erstellen möchten.

Wenn Sie Ihr Produkt in einem Innenraum darstellen möchten, brauchen Sie ein geeignetes Ambiente, das sie genau ausgestalten müssen. Wählen Sie mit Sorgfalt die passenden Verkleidungen für Wände und Fußböden sowie Einrichtungselemente und Requisiten, um den Raum mit Wärme zu erfüllen. Für einen noch realistischeren Effekt können Sie an einer Seite einen Vorhang anbringen, durch den Sie das Licht eines Scheinwerfers filtern lassen. Dadurch wird der Eindruck eines von der Sonne beschienenen Fensters erweckt.

Wenn Sie stattdessen das Produkt allein vor einem neutralen Hintergrund fotografieren möchten, um die Details in den Vordergrund zu rücken, sollten Sie einen neutralen weißen Hintergrund erstellen. Dies kann mittels eines weißen Bettlakens oder einer weißen Papierrolle erreicht werden. Der Hintergrund sollte durchgängig sein –  keine sichtbare Lücke zwischen der Auflagefläche und der Unterseite sollte zu sehen sein.

Wenn das Objekt vollständig weiß ist, sollten Sie es vor einem schwarzen Hintergrund aufstellen. Dabei sollten Sie darauf achten, dass Sie eine Oberfläche wählen, welche das Licht absorbiert, um störende Reflexionen zu vermeiden. Dafür eignet sich z. B. Samt. Dieses Hilfsmittel ist bei der Nachproduktion nützlich, da es das Erfassen der Kontur des Objektes erleichtert.

Ebenso müssen Sie die Beleuchtung des Sets richtig einstellen, indem Sie zwei Lampen an den Seiten des Bildes aufstellen. Betrachten Sie das Resultat und suchen Sie nach eventuellen Schatten, die zu stark ausgeprägt sind. Mit Hilfe eines Reflektors (jegliche weiße Fläche) können Sie einen Lichtstrahl auf den betroffenen Bereich richten. Nun können Sie Ihr Foto aufnehmen!

Das Einstellen der Kamera

Beginnen Sie mit einem ISO-Wert (Sensorempfindlichkeit gegenüber Licht) von 100: Auf diese Weise vermeiden Sie, dass dunkle Bereiche die charakteristischen Punkte aufweisen (Bildrauschen genannt), die bei hohen ISO-Werten entstehen.

Wählen Sie den manuellen Modus, um selbst nach Belieben die verschiedenen Parameter einzustellen. Ziel ist es, eine korrekte Belichtung zu finden, welche auf dem Bildschirm der Kamera durch eine abgestufte Skala dargestellt wird, auf der sich der Pfeil in der Mitte positionieren muss.

Die einzustellenden Parameter beinhalten die Blende und die Verschlusszeit.

Ein Möbelstück zu fotografieren ist ein bisschen so, wie ein Porträt zu erstellen. Die Wahl der Parameter erfolgt also nach den folgenden Vorgaben: Es wird eine Brennweite zwischen 50 und 150 mm verwendet, um eine Fotografie ohne perspektivische Verformungen und mit den richtigen Proportionen zu erhalten.

Montieren Sie die Kamera auf einem Stativ und versuchen Sie der Szene einen harmonischen Rahmen zu geben. Bevor Sie auf den Auslöser drücken, sollten Sie sicherstellen, dass das Bild wirklich Ihren Vorstellungen entspricht. Wenn nicht, verrücken Sie die Objekte oder regulieren Sie das Licht, bis Sie zufrieden sind.

Nachproduktion

Die Bearbeitungsphase der Fotos ist der letzte Schritt und die endgültige Beendigung der Arbeit, welche Ihren Aufnahmen das perfekte Finish verpassen wird und sie für die Verbreitung bereitstellt. Für diese Phase benötigen Sie ein Bildbearbeitungsprogramm. Wenn Sie die Größe reduzieren müssen, schiefe Fotos begradigen und die Belichtung sowie den Farbstich einstellen müssen, sollten Sie Lightroom verwenden, vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass das Programm den Import, Export sowie die Größeneinstellung auch von mehreren Bildern zugleich ermöglicht.

Wenn Sie jedoch weitere Details verändern müssen und beispielsweise ein Objekt ausschneiden müssen, um es in den digitalen oder analogen Katalog aufzunehmen, oder eventuelle Defekte entfernen müssen, sollten Sie sich für Photoshop entscheiden.

Ein letzter Tipp: Bevor Sie das Foto speichern, setzen Sie das Farbprofil in RGB, wenn die Aufnahme online genutzt werden soll. Soll das Bild hingegen gedruckt werden, empfiehlt sich eine Absprache über das Farbprofil mit Ihrem Drucker.

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